Erlkönige – so nennt die Fachpresse jene Prototypen in der Vorserienerprobung,
die durch angeklebte Elemente entstellt werden, um ihr Aussehen vor der
Öffentlichkeit geheim zu halten. So können die Autos inkognito auf öffentlichen
Straßen getestet werden. Die Hersteller wollen nämlich selbst kontrollieren,
wann die ersten Bilder ihrer neuen Modelle an die Öffentlichkeit gelangen.
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Es geht dabei tatsächlich um viel Geld: Für die Fotografen, weil für gute
Bilder gute Honorare gezahlt werden, und für die Auto-Industrie, weil sie
fürchten muss, dass ihre aktuellen Modelle im Laden stehen bleiben, sobald Fotos
des Nachfolgers im Umlauf sind.
Besonders spannend für beide Seiten wird es
immer dann, wenn eine neue Modell-Generation für Werbekampagnen fotografiert und
gefilmt werden muss. Denn dann sind die Autos ohne Tarnung unterwegs – zumindest
für den Zeitraum der Aufnahmen. Genau diese Gelegenheit versuchen spezialisierte
Fotografen zu nutzen, indem sie Termine und Orte solcher Aktionen ausspionieren
und den Erlkönigen auflauern.
Solch eine Situation bildet den Hintergrund zum
Film Die Erlkönigin. Allerdings ist der Job dieser spezialisierten Profi-
Fotografen nicht so nah am Dasein eines Action-Helden, wie der Film es
darstellt. In Wirklichkeit müssen die Jäger für ein brauchbares Foto oft
stunden- oder gar tagelang in extremer Hitze oder extremer Kälte ausharren, bis
ihnen ein Erlkönig mal vor die Linse kommt.
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